Unsere Exkursion ins Reduit am 1. und 2. September

Am Samstag, den 01.09.2018 war es einmal mehr so weit, es galt die Festungswelt  des Reduits zu entdecken. Pünktlich um 0600 Uhr konnten wir von BOTTIGHOFEN in Richtung GOTTHARD aufbrechen. Unterwegs wurden wir durch den Reiseorganisator Urs Ehrbar versiert auf den bevorstehenden Besuch des Festungswerkes "Sasso da Pigna" vorbereitet. Nach einer halbstündigen Rast in der frisch renovierten Gotthard Raststätte ging es über ANDERMATT weiter auf die Passhöhe des GOTTHARD.

Bei frischen 5 Grad Celsius und steifer Brise, traten wir an, das Herz des Reduits zu erkunden. Dank der sachkundigen Führung war es eine Freude die zwei Werke A (Unterkunftsbereich) und B (Kampfstand) zu entdecken. Der Schwerpunkt der Besichtigung lag jedoch klar beim Werk B mit seinen vier 15 cm Geschützen. Diese weitreichenden Kanonen wirkten in zwei Feuerräume : Ost sowie West. Gerade die Batterie West, welche mit ihren Kanonen den Pass SAN GIACOMO unter Feuer nehmen konnte, war von essenzieller Bedeutung. Dies deshalb, weil Mussolini die Strasse auf den Pass ausbauen liess und in einem Propagandacoup zwei Eisenbahnwagen auf der Passhöhe „deponierte“. Es handelte sich dabei um ein klares Signal, dass es den Italienern jederzeit möglich gewesen wäre, schwere Artillerie auf den Pass zu transportieren und somit weit in die Schweiz hinein wirken zu können.

Nach einem vorzüglichen Mittagessen im Restaurant Gotthard Hospitz ging es pünktlich weiter. In AIROLO stand der Besuch des "Forte Airolo" auf dem Programm. Nach einem kurzen Intermezzo mit der Wache der San Rekrutenschule, konnten wir, in zwei Gruppen aufgeteilt, die Besichtigung starten. Bei der "Schildkröte", wie die Anlage auch genannt wird, handelt es sich um eine Feste, die ohne den Einsatz von Beton in den Jahren 1886 – 1892 aus Gotthardgranit erbaut wurde. Sie diente dem Schutz des Südportals des Gotthard-Eisenbahntunnels und galt bis zum 1. Weltkrieg als die modernste Festung Europas.

Die nächste Etappe führte uns nach BELLINZONA, wo wir unsere Zimmer im Hotel Liberty bezogen. Nach einem geselligen Abend im Restaurant "Croce Federale" ging es zeitig ins Bett.

Um 0800 ging es mit unserem umsichtigen Chauffeur, Herr Hanspeter Leugger, ins Zentrum der Stadt. In zwei Gruppen aufgeteilt, fand eine rund zweistündige Besichtigung des historischen Kerns statt. Start- und Endpunkt der Tour bildete die imposante Burg "Castelgrande" -  eines der drei mittelalterlichen Festungswerke von BELLINZONA. Für die meisten dürfte dies nicht der letzte Besuch in der Tessiner Hauptstadt gewesen sein - die pittoreske Altstadt traf unisono auf grosse Begeisterung.

Der letzte Besuch der Reise galt dem Werk "Crestawald". Hierbei handelt es sich um eine Anlage mit dem Auftrag, den Übergang des SPLÜGEN gegen Süden abzuriegeln. Nach einem vorzüglichen Mittagessen in der Festung, durften wir das sehr gepflegte Werk besichtigen. In drei Gruppen aufgeteilt und durch äusserst kompetente Führer begleitet, bildete dieser Rundgang meinen persönlichen Höhepunkt der Reise. Hochkarätig war auch die Sonderausstellung zum Thema "Bomber über Graubünden", welche mit einigen Preziosen aufwartete, wie dem arg ramponierten Cockpit eines B-17 Bombers.

Bei der Rückkehr Richtung BOTTIGHOFEN konnte Urs Ehrbar sein im Generalstabsdienst erworbenes "Denken in Varianten" unter Beweis stellen. Das für die Gruppe organisierte "Zvieri" in BAD RAGAZ viel ins Wasser und so disponierte der Reiseleiter kurzerhand um und der Marschhalt fand in der Raststätte Rheintal statt.

Einmal mehr war die durch Urs Ehrbar organisierte Reise ein Hochgenuss, sei es organisatorisch, historisch, kulturell oder kulinarisch. Ich meinerseits freue mich auf die kommenden Reisen in diesem illustren Kreis.

Herzlichen Dank für die tolle Arbeit!

Simon Stucki

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