Bunkerwanderung vom 1. Mai 2018

„ Vom Schwabenkrieg zur Armee der Zukunft“

110 Teilnehmer begaben sich am 1. Mai 2018 auf eine Rundwanderung zu Wehrbauten aus verschiedenen Zeitepochen. Josef Bieri, zeigte sich bei der Begrüssung im Tägerwiler Forsthof erfreut über das erneut grosse Interesse an der Bunkerwanderung. Der Anlass wurde gegenüber den Vorjahren neu gestaltet, und nebst der Besichtigung der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg wartete ein geschichtlicher Abriss über die Zeit des Schwabenkrieges und ein Blick auf die aktuellen Herausforderungen der Schweizer Armee auf die kleinen und grossen Besucher. Unter der Leitung der drei Bärenführer Peter Ehrbar, Hansjörg Huber und Werner Ilg begaben sich die Teilnehmer auf eine Wanderung durch die Jahrhunderte.

Vier Jahre renoviert

«Im Oktober 2014 habe ich den Bunker A 5651 aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges als Götti übernommen und die Anlage im Verlaufe zwischen 300 und 400 Stunden renoviert», erklärt Bunkergötti Heinz Kernen. Bei der Übernahme im Oktober 2014 war der Bunker in einem schlechten Zustand und Heinz Kernen scheute keine Mühe, das Material zusammen zu tragen und den Bunker in seinem ursprünglichen Zustand möglichst wieder herzustellen. Da der Kampfraum des Infanteriestandes für ein Maschinengewehr eingerichtet war, galt es für Heinz Kernen, auch diese Waffe wieder wie früher in Stellung zu bringen. In nächster Umgebung führte Hans Bill die Gäste durch den Unterstand, welcher 16 Wehrmännern Raum bot für Aufenthalt, Verpflegung und Schlafstätte. «Der Konstanzer Bischof Ulrich I. liess zwischen 1111 und 1127 die mittelalterliche Wehranlage Chastel oberhalb Tägerwilen erstellen», drehte Vizepräsident Urs Ehrbar das Rad der Geschichte zurück. Er erinnerte daran, dass dieses Gebiet militärisch immer wieder von grossem Interesse war, insbesondere zur Zeit des Dreissigjährigen Krieges sowie anlässlich der Schlacht von Schwaderloh im Schwabenkrieg.

 

Zukünftige Herausforderungen

Christoph Pfister, stellvertretender Kommandant der Militärakademie an der ETH Zürich, beleuchtete die zukünftigen Herausforderungen der Armee. Dabei erwähnte er die drei Aufträge der Armee: Vereidigung, Untersützung der Zivilbevölkerung und Friedensförderung im Ausland. In Aussicht stellte er, dass die Mobilmachung in der Armee wieder eingeführt und in den nächsten Jahren wieder in die Grundausbildung aufgenommen wird. «Die Sicherheit ist ein wichtiges Gut und politische Kompromisse können Folgen haben», ermahnte Pfister. Er unterstrich, dass die Armee für zukünftige Bedrohungen, Gefahren und Risiken ausgebildet, ausgerüstet und aufgestellt sein müsse. Dabei dürfe nicht die Wahrscheinlichkeit im Vordergrund stehen, sondern es gelte auf die gefährlichste Option eine Antwort zu geben. «Gemäss einer Umfrage wollen 82 Prozent der Schweizer Bevölkerung eine starke Armee», betonte Pfister. Sorge bereitet ihm die Tatsache, dass die Schweizer Armee jährlich durch den Zivildienst 8000 junge Männer verliert, 46 Prozent vor, 15 Prozent während und 39 Prozent nach der Rekrutenschule. Abschliessend präsentierte Andreas Frei, Programmleiter Schweiz, General Dynamics European Land System – MOWAG,  den Piranha IV, bevor im Forsthof bei einem militärischen Spatz und einem Glas Bunkerwy der Anlass ausklang.

Werner Lenzin

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